PRIM. DR. WOLFGANG FRANK & OA. DR. ANDREAS BINDER

WAS SIND RÖNTGENSTRAHLEN?

 
Im Jahr 1895 entdeckte der Deutsche Physiker Wilhelm Conrad Röntgen durch einen Zufall die Röntgenstrahlung, er wurde im Jahr 1901 für seine Entdeckung mit dem Nobelpreis ausgezeichnet.

Röntgenstrahlen werden in Röntgenröhren erzeugt. In diesen Hochvakuumröhren werden Elektronen aus einem glühenden Draht – der Kathode – mit hoher Energie auf ein Stück spezifisches Metall – die Anode – gefeuert. Dabei entsteht durch den Aufprall der Elektronen an der Anode Röntgenenergie, die sogenannte Röntgenstrahlung. Die Röntgenstrahlen werden gefiltert und fokussiert und verlassen an einem bestimmten Ort durch ein ‚Fenster‘ die Röntgenröhre. Sie belichten, nachdem sie das Untersuchungsgebiet des Patienten durchdrungen haben, einen Röntgenfilm, der nach entsprechender Filmentwicklung als Röntgenbild vorliegt. Knochen absorbieren viel Strahlung und erscheinen daher am Bild hell, Luft absorbiert wenig Strahlung und wird somit eher dunkel (z.B.: Lunge) abgebildet.
 

DIGITALE RADIOGRAPHIE

 
In der digitalen Radiographie wird kein Röntgenfilm mehr belichtet, sondern die Röntgenstrahlen werden durch Detektoren oder Speicherfolien erfasst – die Aufnahmen werden nicht mehr chemisch entwickelt, sondern durch leistungsstarke Computer bearbeitet und dargestellt. Da eine Nachbearbeitung der Aufnahmen problemlos möglich ist, um die Bildinformation optimal darzustellen, sind Wiederholungsaufnahmen wie in früheren Zeiten nicht mehr erforderlich. Sämtliche Aufnahmen werden darüber hinaus automatisch in einem digitalen Archiv gespeichert und sind daher jederzeit abrufbar. Der Röntgenarzt beurteilt die Aufnahmen dann auf einem hochauflösenden Bildschirm.
 

STRAHLENBELASTUNG

 
Röntgenstrahlen sind ionisierende Strahlen und dürfen daher nur unter exakter Beachtung des Strahlenschutzes und bei klinischer Rechtfertigung der Untersuchung zum Einsatz kommen. Generell kommt die digitale Radiologie mit geringeren Strahlendosen als das konventionelle Röntgen aus. Röntgenstrahlen sind jedoch ein wichtiger Bestandteil der bildgebenden Diagnostik. Der Vorteil für die PatientInnen liegt hier im geringen Strahlenrisiko beim Ausschluss oder Nachweis vermuteter krankhafter Veränderungen mit Hilfe der entsprechenden Röntgenuntersuchung. Somit ist die Durchführung der entsprechenden Untersuchungen bei gegebener Indikation absolut gerechtfertigt.

Neben der Strahlenbelastung durch den Einsatz diagnostischer oder therapeutischer Röntgenstrahlen besteht in unserer Umwelt eine unterschiedlich starke natürliche Hintergrundstrahlung. In Österreich beträgt diese, abhängig vom Aufenthaltsort, zwischen 2 und 6 mSv/a (Millisievert/Jahr), als Durchschnittswert werden etwa 4 mSv angegeben.

Im Gegensatz dazu beträgt zB die Hintergrundstrahlung an der Atlantikküste von Brasilien etwa 84 mSv – dies entspricht ungefähr dem 21-fachen Durchschnittswert von Österreich. In der Österreichischen Strahlenschutzverordnung wird für strahlenexponierte Personen (zB Röntgenassistentinnen oder RöntgenärztInnen) die jährliche Maximaldosis mit 50 mSv nach oben begrenzt. Diese Dosis liegt, wie oben dargestellt, unter der natürlichen Hintergrundstrahlung in Brasilien.
 

RÖNTGEN UND SCHWANGERSCHAFT

 
Die Röntgenbestrahlung eines Fötus sollte, wann immer möglich, vermieden werden. Sagen Sie bitte schon der Ärztin oder dem Arzt, der Sie zur Röntgenuntersuchung überweist, ob Sie schwanger sind oder möglicherweise schwanger sein könnten. Falls Sie eine Schwangerschaft nicht ausschließen können, weil die Menstruation überfällig ist, sollte die Untersuchung, erst nach Einsetzen der nächsten Periode oder nach Ausschluss einer Schwangerschaft mit Hilfe eines Schwangerschaftstests durchgeführt werden. Es ist allerdings auch möglich, dass die geplante Untersuchung für die Mutter, eventuell aber auch für das ungeborene Kind so wichtig ist, dass eine Verzögerung der Untersuchung sich ungünstig auswirken könnte. Es gilt somit, den Nutzen der Untersuchung gegen das Risiko für Mutter und Kind abzuwägen.

Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen kann es zu einer unbeabsichtigten ‚Bestrahlung‘ eines Feten kommen – heute herrscht Übereinstimmung darin, dass das minimale Risiko der diagnostischen Strahlenbelastung weder die Indikation für eine invasiv-diagnostische Maßnahme (wie die Fruchtwasseruntersuchung) noch für einen Schwangerschaftsabbruch darstellt.

Ihr Radiologe hilft Ihnen in diesem Fall, auf Basis der durchgeführten Untersuchung (Zahl und Art der Röntgenbilder, Durchleuchtungsdauer), die Strahlenbelastung abzuschätzen und Sie zu beraten.

 

Untersuchung Effektive Dosis (mSv) Äquivalent an natürlicher Hintergrundstrahlung entspricht Tagen
mit natürlicher Strahlung
Thorax (pa) 0,02 0,01 2
Halswirbelsäule 0,20 0,07 24
Lendenwirbelsäule 0,50 0,17 61
Abdomen 0,70 0,23 85
Becken 0,60 0,20 73
Magen 6,00 2,00 730
Dickdarm 8,00 2,67 973
ivP 3,00 1,00 365
CT Thorax 7,00 2,33 852
Mammographie 0,40 0,13 49

 

Quellen:
Effective Doses in Radiology and Diagnostic Nuclear Medicine: Radiology: Volume 248: Number 1 – July 2008 unter Berücksichtigung der Aussendungen des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (BMLFUW) zusammen mit dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) Angaben der Radiologischen Universitätsklinik des Universitätsklinikum Bonn

 

Eine interessante Strahlendosis zum Vergleich:
die Strahlenbelastung bei einem Langstreckenflug wie Frankfurt – New York beträgt 0,10 mSV.

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